Wasserspender für Schule und Kita: Vorgaben, Geräte, Hygiene
Kinder sollen jederzeit Wasser trinken können. In Schulen und Kitas kommen Hygieneplan, Ferienzeiten, kleine Hände und volle Pausen dazu. Was dabei gilt, wie du den Andrang in der großen Pause einschätzt, welche Geräte sich eignen und was ein leitungsgebundener Wasserspender kostet.
Warum Trinkwasser in Schule und Kita ein Thema ist
- Kinder trinken, wenn Wasser da ist: Eine Wasserflasche von zu Hause ist mittags oft leer. Ein Spender, an dem Kinder nachfüllen können, löst das ohne Aufwand für das Personal.
- Verpflegungsstandard: Die DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in Kitas und Schulen sehen vor, dass Trink- oder Mineralwasser täglich frei zur Verfügung steht. In der Checkliste zur DGE-Zertifizierung ist das ein eigenes Kriterium, sofern die Einrichtung für die Getränkeversorgung zuständig ist.
- Mitarbeitende: Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher arbeiten in Arbeitsstätten. In Gruppenräumen unter dem Dach wird es im Sommer schnell warm. Ab 26 °C Raumtemperatur sollen nach ASR A3.5 geeignete Getränke bereitstehen, ab 30 °C ist das Pflicht, Trinkwasser genügt. Den rechtlichen Rahmen erklärt der Beitrag Wasserspender-Pflicht für Arbeitgeber.
- Keine Kisten: Getränkekisten in Kita-Fluren sind Stolperfallen und müssen geschleppt werden. Mit einem Festwasseranschluss entfällt das. Mehr im Beitrag Schluss mit Kistenschleppen.
Hygieneplan nach Infektionsschutzgesetz
Kitas, Kinderhorte und Schulen sind Gemeinschaftseinrichtungen im Sinne des § 33 Infektionsschutzgesetz. Nach § 36 IfSG müssen sie innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene in Hygieneplänen festlegen und unterliegen der infektionshygienischen Überwachung durch das Gesundheitsamt.
Ein Wasserspender ist dort nicht ausdrücklich genannt. Es ist aber sinnvoll, ihn in den Hygieneplan aufzunehmen: wer die Zapfstelle täglich reinigt, wer die Abtropfschale leert, wer Filterwechsel und Wartung veranlasst und wo die Nachweise liegen. So ist bei einer Begehung klar, wie das Gerät betreut wird.
Ferien und Schließzeiten: Stagnation beachten
Schulen und Kitas stehen in den Ferien oft wochenlang leer. Wasser, das lange in der Leitung steht, kann hygienisch problematisch werden. Das Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein empfiehlt in einer Handreichung, Trinkwasser nach längerem Stillstand vor der Nutzung ablaufen zu lassen, bis sich die Temperatur nicht mehr verändert. Das gilt insbesondere, wenn das Wasser länger als vier Stunden in der Leitung stand.
Für den Wasserspender heißt das: Nach den Ferien zuerst die Leitung spülen und am Gerät einige Liter ablaufen lassen, bevor Kinder trinken. Am besten steht dieser Schritt im Hygieneplan und gehört zur Routine vor dem ersten Schultag. Praktisch ist es, die Wartung in die letzte Ferienwoche zu legen. Dann ist das Gerät frisch gewartet, wenn der Betrieb wieder anläuft.
Die große Pause: wie viel Wasser wann gebraucht wird
In Schule und Kita verteilt sich der Verbrauch sehr unterschiedlich. Zwei Beispiele zeigen, warum die Planung anders aussieht:
- Grundschule mit 240 Kindern: In der großen Pause füllt ein Drittel der Kinder eine 0,4-Liter-Flasche nach. Das sind rund 32 Liter in 20 Minuten. Ein Gerät mit 30 Litern Kühlleistung pro Stunde kühlt in dieser Zeit rechnerisch 10 Liter nach, ein Gerät mit 80 Litern etwa 27 Liter. Ein einzelnes kleines Gerät für die ganze Schule reicht also nicht.
- Kita mit 60 Kindern: Hier wird über den Tag verteilt getrunken, meist aus Bechern, die das Personal füllt. Bei vier Bechern zu 0,15 Liter pro Kind sind das rund 36 Liter am Tag, aber nie viel auf einmal. Ein kompaktes Gerät in der Küche oder im Flur genügt in der Regel.
Für Schulen gibt es drei Wege, mit der Pausenspitze umzugehen: ein leistungsstarkes Standgerät wie den Aqua Fresh Light mit 80 Litern Kühlleistung pro Stunde, mehrere Geräte in verschiedenen Gebäudeteilen oder eine Routine, bei der jede Klasse morgens ihre Flaschen füllt, bevor der Unterricht beginnt. In der Praxis wird oft beides kombiniert.
Welches Gerät passt zu Schule und Kita?
- Erreichbarkeit: In der Kita müssen Kinder an die Zapfstelle kommen, wenn sie selbst zapfen sollen. Ein Tischgerät auf einem niedrigen, festen Unterbau ist dort oft praktischer als ein hohes Standgerät. Bei Kindern unter drei Jahren zapft ohnehin das Personal. In Schulen funktioniert ein Standgerät auf Flur oder in der Mensa.
- Berührungslos: Viele Kinderhände an einer Taste sind ein Hygienethema. Ein Gerät mit Infrarot-Sensor wie das Touch Free gibt Wasser ohne Berührung aus.
- Abschließbar und robust: Auf Schulfluren ist ein Gerät mit abschließbarem Unterschrank sinnvoll, damit die Technik darunter nicht frei zugänglich ist. Der Aqua Fresh Light hat einen solchen Unterschrank, braucht aber zusätzlich einen Abwasseranschluss.
- Still statt Sprudel: Für Kinder reicht meist stilles, gekühltes Wasser. Sprudel ist eher im Lehrerzimmer gefragt.
- Kein Heißwasser im Kinderbereich: Heißes Wasser hat an einem Gerät, das Kinder selbst bedienen, nichts zu suchen. Wenn das Team Heißwasser für Tee möchte, gehört das in Küche oder Lehrerzimmer.
Becher, Flaschen und die tägliche Routine
Der Spender ist nur so hygienisch wie die Gefäße, die darunter gehalten werden:
- Kita: Jedes Kind hat einen eigenen, beschrifteten Becher. Die Becher laufen täglich durch die Spülmaschine. Gemeinsame Kannen werden nach dem Essen gespült, nicht nur nachgefüllt.
- Schule: Kinder füllen eigene Flaschen. Ein Schild auf Augenhöhe der Kinder erinnert daran, die Flasche nicht an den Auslass zu drücken. Ein Ordnungsdienst pro Klasse kann im Blick behalten, dass niemand mit dem Wasser spielt.
- Tropfschale: Bei vielen kleinen Nutzern läuft mehr daneben. Die Schale wird täglich geleert und gereinigt, in Schulen am besten nach der letzten Pause.
Wartung und Filterwechsel
Rechtlicher Rahmen ist die Trinkwasserverordnung. Für Schulträger und Kita-Leitungen zählen bei der Wartung vor allem drei Dinge:
- Nachweise: Lass dir jede Wartung dokumentieren und lege die Protokolle zum Hygieneplan. Bei einer Begehung durch das Gesundheitsamt sind sie dann griffbereit.
- Termine außerhalb des Betriebs: Wartung in Randzeiten oder in den Ferien stört den Alltag nicht und fällt mit dem Spülen nach der Schließzeit zusammen.
- Filter nach Verbrauch: Wie schnell der Filter für Chlor, Gerüche und Schwebstoffe erschöpft ist, hängt von der Menge ab. An einer Schule mit hohem Durchsatz kann der Wechsel früher fällig sein als in einer kleinen Kita.
Bei Aqua Sonata übernehmen wir Filterwechsel und Wartung und geben dir die Nachweise dazu. Allgemeine Pflegehinweise stehen im Beitrag Hygiene am Wasserspender.
Was kostet ein Wasserspender für Schule oder Kita?
Für Haushaltsplanung und Förderantrag die Marktspannen: Ein Tischgerät kostet im Kauf 1.200–2.500 €, ein Standgerät 2.000–4.500 €, danach jährlich etwa 300–550 € für Wartung, Filter und Strom. Zur Miete liegen Geräte bei 60–150 € im Monat, Wartung meist inklusive. Einmalig kommt der Anschluss dazu, falls am Wunschort noch keine Wasserleitung liegt. Wie die Installation abläuft, steht im Beitrag Wasserspender-Installation.
Pro Kind gerechnet wird es greifbar: Eine Miete von 100 € im Monat sind bei einer Grundschule mit 240 Kindern gut 0,40 € pro Kind und Monat. In einer Kita mit 60 Kindern sind es knapp 1,70 €. Für Fördervereine, die über eine Anschaffung nachdenken, ist das eine gute Grundlage für das Gespräch mit Eltern und Träger. Die vollständige Übersicht findest du unter Was kostet ein Wasserspender?.
Kauf oder Miete?
Bei Schulen und Kitas entscheidet oft der Träger, und der Haushalt spielt eine Rolle. Ein Kauf belastet den Investitionshaushalt einmalig, danach fallen nur noch Wartung und Filter an. Eine Miete läuft als fester Monatsbetrag und enthält meist die Wartung. Welche Variante besser in eure Haushaltsplanung passt, klärt am besten der Träger. Bei öffentlichen Trägern lohnt es sich, früh zu fragen, ob für die Beschaffung Vergleichsangebote nötig sind und wer den Wartungsvertrag unterschreibt. Die Abwägung im Detail findest du unter Kaufen oder mieten.
Checkliste: Wasserspender für Schule und Kita
- ☐ Zapfstelle in einer Höhe, die Kinder selbst erreichen
- ☐ Berührungslose Bedienung, stilles und gekühltes Wasser
- ☐ Kein Heißwasser an Geräten im Kinderbereich
- ☐ Pausenspitze gerechnet: ein Gerät oder mehrere Gebäudeteile?
- ☐ Eigene Becher in der Kita, Flaschenroutine in der Schule
- ☐ Gerät mit Reinigung, Filterwechsel und Wartung im Hygieneplan
- ☐ Spülen nach Ferien und Schließzeiten als feste Routine, Wartung in die letzte Ferienwoche
- ☐ Wartungsnachweise für die Begehung durch das Gesundheitsamt griffbereit
Häufig gestellte Fragen
Müssen Schulen und Kitas Trinkwasser für Kinder anbieten?
Maßstab sind die DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in Kitas und Schulen. Sie sehen vor, dass Trink- oder Mineralwasser täglich frei zur Verfügung steht, sofern die Einrichtung für die Getränke zuständig ist. Für die Mitarbeitenden gelten zusätzlich die Regeln für Arbeitsstätten.
Muss der Wasserspender in den Hygieneplan der Kita?
Kitas und Schulen müssen nach § 36 IfSG Hygienepläne führen. Der Spender ist dort nicht ausdrücklich vorgeschrieben, sollte aber mit Reinigung, Wartung und Filterwechsel aufgenommen werden.
Was ist nach den Sommerferien mit dem Wasserspender zu tun?
Leitung und Gerät spülen, bis das Wasser wieder kalt und gleichbleibend temperiert läuft. Erst danach sollten Kinder trinken.
Welcher Wasserspender ist für Kinder geeignet?
Ein Gerät mit stillem, gekühltem Wasser, gut erreichbarer Zapfstelle und am besten berührungsloser Bedienung. Heißwasser gehört nicht an ein Gerät, das Kinder selbst nutzen.