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Wasserqualität · NRW

Wasserhärte in NRW: Härtegrade der größten Städte

Kurz gesagt: NRW hat alles von weich bis hart. Bonn liegt laut SWB bei 4,4–7,0 °dH, Köln laut RheinEnergie bei 15,6–18,1 °dH. Entscheidend ist nicht die Stadtgrenze, sondern woher das Wasser kommt: Talsperre, aufbereitetes Ruhrwasser oder Grundwasser am Rhein. Alle Werte unten stammen aus den Analysen der Versorger, mit Stand auf der jeweiligen Stadtseite.

Härtegrade der Städte im Überblick

Die Tabelle zeigt Härtebereich und Spanne nach den aktuellen Veröffentlichungen der örtlichen Wasserversorger. Wo eine Stadt aus mehreren Wasserwerken versorgt wird, steht die Spanne zwischen den Versorgungsgebieten. Für die genaue Zahl an deiner Adresse führt der Link zur Stadtseite mit Quelle, Stand und Abfragemöglichkeit des Versorgers.

Stadt Versorger Härtebereich Spanne °dH Link
KölnRheinEnergie AGhart15,6–18,1 °dHDetails Köln →
DüsseldorfStadtwerke Düsseldorf AGhart15,0 °dHDetails Düsseldorf →
LeverkusenEnergieversorgung Leverkusen (EVL)weich; derzeit teils mittel4,5–7,7 °dH (Wiesdorf, Manfort, Teile Schlebusch derzeit 11,4 °dH)Details Leverkusen →
BonnSWB Energie und Wasser (Stadtwerke Bonn)weich4,4–7,0 °dHDetails Bonn →
EssenStadtwerke Essen AGweich7,7 °dHDetails Essen →
DortmundDEW21 (Wasser von Wasserwerke Westfalen)weich bis mittel7,2–8,2 °dH (Ø etwa 7,7 °dH)Details Dortmund →
DuisburgStadtwerke Duisburg AGmittel bis hart11–18 °dHDetails Duisburg →
WuppertalStadt Wuppertal (Eigenbetrieb), Betrieb durch WSWweich bis mittel5,1–11,3 °dHDetails Wuppertal →
BochumStadtwerke Bochumweich7,3–7,6 °dHDetails Bochum →
AachenSTAWAGweich bis mittel3,0–14,0 °dH (je nach Adresse)Details Aachen →
MünsterStadtwerke Münstermittel bis hart11,0–16,9 °dHDetails Münster →
KrefeldSWK / NGN Netzgesellschaft Niederrheinmittelca. 12,4–13,6 °dH (umgerechnet aus mmol/l)Details Krefeld →
MönchengladbachNEW NiederrheinWassermittel8,4–14 °dH (Angabe NEW)Details Mönchengladbach →
NeussStadtwerke Neusshart14,7–15,4 °dHDetails Neuss →
SolingenStadtwerke Solingenweich4,7–5,6 °dHDetails Solingen →
Bergisch GladbachBELKAWmittel12,8 °dHDetails Bergisch Gladbach →

Die Werte sind Mittelwerte. Innerhalb eines Versorgungsgebiets schwankt die Härte über das Jahr leicht, und bei Umstellungen kann sie sich auch sprunghaft ändern: In Leverkusen bekommen Wiesdorf, Manfort und Teile Schlebuschs seit September 2026 vorübergehend Wasser aus einem anderen Wasserwerk, der Härtebereich wechselte dort von weich auf mittel.

Was die Härtebereiche bedeuten

Wasserhärte beschreibt, wie viel Calcium und Magnesium im Wasser gelöst sind. In Deutschland wird sie in Grad deutscher Härte (°dH) oder in Millimol pro Liter angegeben. Die drei Härtebereiche legt das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz fest, damit Waschmittel passend dosiert werden können:

Härtebereich Millimol Calciumcarbonat je Liter Grad deutscher Härte
weichunter 1,5unter 8,4 °dH
mittel1,5 bis 2,58,4 bis 14 °dH
hartüber 2,5über 14 °dH

Zum Umrechnen: 1 mmol/l entspricht 5,6 °dH. Viele Analysen nennen außerdem die Karbonathärte. Das ist der Anteil, der beim Erhitzen als Kalk ausfällt, also der Teil, den du im Wasserkocher siehst.

Warum die Härte in NRW so unterschiedlich ist

Wasser nimmt auf seinem Weg durch den Boden Calcium und Magnesium auf. Je länger es im Untergrund unterwegs ist und je kalkhaltiger die Schichten sind, desto härter wird es. Oberflächenwasser aus Talsperren hatte dafür kaum Gelegenheit und ist entsprechend weich. In NRW lassen sich drei Typen unterscheiden:

  • Talsperrenwasser (weich): Bonn bezieht sein Wasser vom Wahnbachtalsperrenverband, Leverkusen zu großen Teilen aus der Großen Dhünn-Talsperre, die Talsperrengebiete Wuppertals aus der Großen Dhünn-, der Herbringhauser und der Kerspe-Talsperre. Die Analysen liegen hier zwischen 4,4 und 7,0 °dH.
  • Aufbereitetes Ruhrwasser (weich, knapp unter der Grenze): Essen und Dortmund trinken aufbereitetes Ruhrwasser. In Dortmund wird es laut DEW21 gezielt im Boden versickert und als Grundwasser wieder gefördert. Die Werte liegen bei 7–8 °dH.
  • Grundwasser und Uferfiltrat am Rhein (mittel bis hart): Köln fördert Grundwasser aus der Kölner Bucht, Düsseldorf ein Gemisch aus rund drei Vierteln versickertem Rheinwasser und einem Viertel Grundwasser, der Duisburger Süden Grundwasser, das laut Stadtwerke zu großen Teilen aus Düsseldorf stammt. Hier liegen die Werte zwischen 15 und 18 °dH.

Dass eine Stadt auf mehrere Quellen zugreift, ist eher die Regel. Wuppertal reicht deshalb innerhalb des Stadtgebiets von 5,1 °dH (Talsperre) bis 11,3 °dH (Rheinuferfiltrat aus Benrath), Duisburg von 11 bis 18 °dH.

So findest du den Wert für deine Adresse

  1. Versorger klären: Er steht auf der Wasserrechnung oder, bei Mietobjekten, in der Nebenkostenabrechnung.
  2. Analyse des Versorgers öffnen: Versorger müssen die Wasserbeschaffenheit veröffentlichen. Manche bieten eine Adressabfrage (Leverkusen), andere eine Härtekarte (Wuppertal) oder Analysen je Versorgungsgebiet (Duisburg, Bonn, Köln).
  3. Gesamthärte ablesen: Für Spülmaschine, Kaffeemaschine und Waschmittel zählt die Gesamthärte in °dH, nicht die Karbonathärte.
  4. Im Zweifel nachfragen: Bei Grenzlagen zwischen zwei Versorgungsgebieten gibt der Versorger Auskunft.

Was das für Wasser im Büro bedeutet

Ein leitungsgebundener Wasserspender zapft das Wasser des örtlichen Versorgers. Sein Filter hält Chlor, Gerüche und Schwebstoffe zurück. Er enthärtet das Wasser nicht: In Köln kommt hartes Wasser aus dem Gerät, in Bonn weiches, jeweils gefiltert und auf Wunsch gekühlt oder mit Kohlensäure. Kalk fällt vor allem beim Erhitzen aus. Ein Gerät, das nur kühlt, ist davon weniger betroffen als Wasserkocher oder Kaffeemaschine. Wie Filter und Hygiene im Alltag laufen, steht im Beitrag zur Wartung.

Häufig gestellte Fragen

Welche Städte in NRW haben hartes Wasser?

Unter anderem Köln (15,6–18,1 °dH), Düsseldorf (15,0 °dH) und der Duisburger Süden (18 °dH) liegen im Härtebereich hart. Gemeinsam ist ihnen Wasser aus Grundwasser oder Uferfiltrat am Rhein.

Wo ist das Wasser in NRW besonders weich?

Dort, wo Talsperrenwasser ankommt, zum Beispiel in Bonn mit 4,4–7,0 °dH, in großen Teilen Leverkusens mit 4,5–5,2 °dH und in den Talsperrengebieten Wuppertals mit 5,1–5,5 °dH.

Ändert sich die Wasserhärte im Laufe des Jahres?

Leicht, weil sich das Rohwasser und das Mischungsverhältnis der Wasserwerke verändern. Größere Sprünge gibt es bei Umstellungen der Versorgung, die der Versorger in der Regel ankündigt. Die Zahlen hier sind Jahresmittel mit Stand auf der jeweiligen Stadtseite.

Ist hartes Wasser schlechter als weiches?

Nein. Beide erfüllen dieselben Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Hartes Wasser hinterlässt mehr Kalk in Geräten und schmeckt mineralischer, weiches braucht weniger Waschmittel. Für die Trinkwasserqualität ist der Härtebereich kein Kriterium.

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