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Branche · 8 Min · Aktualisiert Oktober 2026

Wasserspender in Pflegeheim und Tagespflege: Planung für Wohnbereiche

Dass Bewohnerinnen und Bewohner genug trinken, ist in der Pflege ein tägliches Thema. Ein Wasserspender im Pflegeheim nimmt dem Personal dabei keine Arbeit ab, kann aber Wege und Schlepperei sparen. Worauf es bei Hygieneplan, Aufstellung in Wohnbereichen, Bedienung durch das Personal und Kosten ankommt.

Was ein Wasserspender in der Pflege leisten kann und was nicht

Ehrlich vorweg: Ein Gerät sorgt nicht dafür, dass jemand mehr trinkt. Das machen Pflegekräfte, die Getränke anbieten, nachschenken und Vorlieben kennen. Was ein Wasserspender ändert, ist die Logistik dahinter:

  • Keine Kisten in die Wohnbereiche: In vielen Häusern bringt die Hauswirtschaft täglich Wasserkisten auf die Etagen und nimmt Leergut wieder mit. Das entfällt.
  • Kurze Wege: Wenn das Gerät in der Wohnküche steht, ist eine kalte Karaffe in einer Minute gefüllt, ohne in die Zentralküche zu gehen.
  • Getränkerunden: Zu festen Zeiten am Vormittag und Nachmittag werden viele Gläser und Karaffen auf einmal gefüllt. Ein Gerät mit ausreichender Zapfleistung macht das schneller.

Der Expertenstandard „Ernährungsmanagement“ des DNQP behandelt auch die Flüssigkeitsversorgung. Trink- und Ernährungsprotokolle sieht er dort vor, wo ein konkretes Risiko besteht. Ein Wasserspender ist dafür kein Ersatz, er verkürzt nur den Weg zum Getränk.

Hygieneplan und Gesundheitsamt

Voll- und teilstationäre Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen müssen nach § 36 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz ihre Verfahren zur Infektionshygiene in Hygieneplänen festlegen. Sie unterliegen der infektionshygienischen Überwachung durch das Gesundheitsamt. Das gilt auch für Tagespflegen.

Der Wasserspender ist dort nicht ausdrücklich genannt. Er gehört trotzdem in den Hygieneplan, mit diesen Punkten:

  • Wer reinigt Zapfstelle und Abtropfschale, wie oft? In Wohnbereichen täglich, am besten nach der Nachmittagsrunde.
  • Welche Gefäße werden befüllt? Karaffen und Schnabelbecher kommen gespült aus der Spülmaschine, nicht direkt vom Bewohnertisch unter den Auslass.
  • Wer bestellt Wartung und Filterwechsel, wo liegen die Nachweise?
  • Was passiert, wenn ein Wohnbereich vorübergehend leer steht, etwa bei Renovierung? Gerät außer Betrieb nehmen oder vor der Wiederinbetriebnahme spülen lassen.

Die Trinkwasserinstallation des Hauses ist ein eigenes Thema, mit eigenen Pflichten des Betreibers. Ein Wasserspender ändert daran nichts. Er wird an die vorhandene Installation angeschlossen und braucht einwandfreies Leitungswasser. Mehr zur Rechtslage im Beitrag Trinkwasserverordnung für Wasserspender.

Wer bedient das Gerät?

In der Pflege zapft meist das Personal, nicht der Bewohner. Das hat Folgen für die Auswahl:

  • Zapfleistung vor Optik: Wer zur Getränkerunde zehn Karaffen füllt, will nicht warten. Der Blu Pura 30 zapft bis zu 120 Liter pro Stunde, also rund 2 Liter pro Minute.
  • Berührungslos, wenn Bewohner selbst zapfen: In Bereichen, wo mobile Bewohner oder Besucher sich selbst bedienen, ist eine sensorgesteuerte Ausgabe praktisch. Der Touch Free ist in unserem Programm dafür das einzige Gerät.
  • Raumtemperatur statt eiskalt: Viele ältere Menschen trinken lieber nicht zu kaltes Wasser. Achte darauf, dass das Gerät auch ungekühltes stilles Wasser ausgibt.
  • Sprudel nach Wunsch: Manche Bewohner mögen Kohlensäure, andere nicht. Ein Gerät mit beiden Optionen lässt die Wahl.
  • Kein Heißwasser: Unsere Geräte geben kein heißes Wasser aus. Tee kommt weiter aus dem Wasserkocher oder der Küche, außerhalb der Reichweite von Bewohnern mit Demenz.

Aufstellung: Wohnküche, Flur oder Eingangsbereich?

In einem Haus mit vier Wohnbereichen à 25 Plätze gibt es drei typische Varianten:

  • Pro Wohnbereich ein Tischgerät in der Wohnküche: kurze Wege, Personal hat das Gerät im Blick. Im Alltag funktioniert das meist am besten.
  • Ein Standgerät pro Etage im Flur: weniger Geräte, aber längere Wege und ein Gerät im Verkehrsbereich mit Rollatoren und Rollstühlen. Der Aqua Fresh Light braucht außerdem einen Abwasseranschluss.
  • Zusätzlich ein Gerät im Eingangsbereich oder Café: für Besucher, Angehörige und mobile Bewohner. Dort lohnt die berührungslose Ausgabe.

Vor der Planung prüfst du, wo Wasseranschlüsse liegen. Wohnküchen haben fast immer einen. Unser Techniker nutzt das Absperrventil, das dort schon sitzt, und ergänzt eine Rückflusssicherung gemäß DIN EN 1717. Steht der Wunschplatz ohne Leitung da, legt vorher ein Installateur die Leitung. Achte bei der Aufstellung auf Bewegungsflächen: Ein Gerät darf keinen Handlauf unterbrechen und nicht in den Weg ragen.

Rechenbeispiel: Wohnbereich mit 25 Plätzen

Angenommen, im Wohnbereich werden pro Bewohner über den Tag etwa 1,2 Liter Wasser aus dem Gerät gezapft (der Rest kommt als Tee, Kaffee, Saft und über die Mahlzeiten). Dazu kommen 10 Mitarbeitende im Tagesverlauf mit je 0,8 Litern. Zusammen rund 38 Liter am Tag, verteilt auf zwei Getränkerunden und den Rest des Tages. In einer Runde werden vielleicht 12 Liter in 15 Minuten gezapft. Das Gerät mit 30 Litern Kühlleistung pro Stunde kühlt in dieser Zeit 7,5 Liter nach, den Rest liefert stilles ungekühltes Wasser, das viele Bewohner ohnehin lieber trinken. Ein Tischgerät pro Wohnbereich reicht damit in der Regel.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Pro Wohnbereich gerechnet: Ein gekauftes Tischgerät liegt am Markt bei 1.200–2.500 €, ein Standgerät bei 2.000–4.500 €. Für Wartung, Filterwechsel und Kohlensäure fallen danach pro Gerät und Jahr ungefähr 300–550 € an. Wer mietet, zahlt 60–150 € monatlich je Gerät. Die Rate deckt Installation, Wartung und Filter ab, das CO₂ für den Sprudel wird separat abgerechnet.

Stationäre Pflegeleistungen sind in der Regel umsatzsteuerfrei, die Vorsteuer aus Kauf oder Miete ist dann meist nicht abziehbar. Vergleiche Angebote brutto. Bei mehreren Wohnbereichen lohnt sich der Kauf mehrerer gleicher Geräte. Dann ist die Bedienung überall gleich, und die Wartung erfolgt in einem Termin für das ganze Haus. Die Abwägung steht im Beitrag Kaufen oder mieten.

Wartung im laufenden Betrieb

Ein Pflegeheim hat keine Schließzeit. Wartung muss also im Betrieb passieren, Wohnbereich für Wohnbereich. Bewährt hat sich ein Termin am Vormittag nach der ersten Getränkerunde, abgesprochen mit der Wohnbereichsleitung. Wir übernehmen Wartung und Filterwechsel und hinterlassen ein Protokoll für den Hygieneordner. Was dabei passiert, steht im Beitrag Wasserspender-Wartung.

Checkliste: Wasserspender in der Pflegeeinrichtung

  • ☐ Wasserspender als eigener Punkt im Hygieneplan nach § 36 IfSG
  • ☐ Ein Gerät pro Wohnbereich in der Wohnküche geprüft
  • ☐ Stilles ungekühltes Wasser verfügbar, Sprudel optional
  • ☐ Gefäße kommen aus der Spülmaschine, nicht vom Bewohnertisch
  • ☐ Berührungslos dort, wo Besucher und mobile Bewohner selbst zapfen
  • ☐ Keine Stolperstellen, Handläufe frei
  • ☐ Wartungstermine mit den Wohnbereichsleitungen abgesprochen

Häufig gestellte Fragen

Muss der Wasserspender in den Hygieneplan des Pflegeheims?

Pflegeeinrichtungen müssen nach § 36 IfSG Hygienepläne führen. Der Wasserspender ist dort nicht ausdrücklich genannt, sollte aber mit Reinigung, Gefäßen, Wartung und Nachweisen aufgenommen werden.

Trinken Bewohner mehr, wenn ein Wasserspender da ist?

Nicht automatisch. Entscheidend ist, dass Pflegekräfte Getränke aktiv anbieten. Der Wasserspender verkürzt Wege und ersetzt Getränkekisten.

Gibt es Wasserspender mit Heißwasser für Tee?

Nicht in unserem Programm. Unsere Geräte geben stilles, gekühltes und sprudelndes Wasser aus. Für Tee bleibt der Wasserkocher in der Küche.

Wie viele Wasserspender braucht ein Pflegeheim?

In der Regel ein Tischgerät pro Wohnbereich, dazu bei Bedarf eines im Eingangsbereich für Besucher.

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